Sie kommt, die neue Facebook-Suche „Graph Search“. Ein einprägsamer Name, den sich der Firmengründer Mark Zuckerberg zusammen mit seiner kleinen kreativen Gruppe ausgedacht hat. „Cool“ zu sein, „trendy“ zu sein, auf emotionaler Ebene Wirkung zu erzielen, das ist, worum es dem Gründer Zuckerberg bei seinem stylischen Riesen Facebook geht. Und nicht zu vergessen, er möchte auch, dass die Firma größer wird. Aber wie groß soll dieses Gigaunternehmen denn überhaupt noch werden? Ein Gigant ist Facebook bereits jetzt schon, und wenn man ehrlich ist, wer dir Prognose macht, dass Facebook mal so groß sein könnte wie der Rest des Internets, liegt so falsch vielleicht nicht, bedenkt man, dass sich derzeit ein Viertel aller Internetnutzer auf Facebook rumtreiben. Aber Zuckerberg will im Grunde noch mehr, er will, dass Facebook nicht nur ein Teil des Internets wird, es will, dass Facebook ein maßgeblicher, allumfassender Bestandteil des Alltags wird, auf den man schlichtweg nicht mehr verzichten kann, ähnlich wie man heutzutage nicht mehr auf ein Auto, ein Handy oder einen Computer verzichten kann. Wird er das jemals schaffen? Wer weiß, aber unterschätzen darf man ihn nicht! Auf der anderen Seite, man darf gewiss auch nicht jeder größenwahnsinnig erscheinenden Idee Glauben schenken, selbst wenn man dies gerne tun würde.

Die Börse und Facebook: Wo sind die Gewinne, Mr. Zuckerberg?

Wenn man bedenkt, wie die Börse Facebook aufgenommen hat, mag die Illusion von Mark Zuckerberg nur wie ein kühner Traum erscheinen. Vor dem Börsenstart letztes Jahr wurde Facebook gepusht und gehypt, es schien fast, als gäbe es kein Morgen mehr und man hätte nur eine einzige Chance, die Aktie günstig zu erwerben: Am ersten Ausgabetag. Und dann? Der Kursverlauf sprach Bände: Es ging steil bergab, als gäbe es für Facebook keine Zukunft. Tja, so kann es kommen. Aber immerhin, vom absoluten Tief bei 15 Dollar pro Aktie ist man schon wieder ein Stück weit entfernt, so muss man jetzt etwa 22 Dollar pro Aktie zahlen, wenn man Anteilseigner von Facebook werden will. Wenn man jedoch bedenkt, dass die Aktie bei rund 33 Dollar das erste Mal in den Handel startete, wird einem schon ein wenig mulmig. Ein maßgeblicher Kritikpunkt der Analysten ist: „Wie wollen sie Gewinnen erzielen, Mr. Zuckerberg? Facebook mag zwar eine Milliarde Benutzer haben, und das ist wahrlich eine stolze Zahl, Herr Zuckerberg, aber eine hohe Nutzerzahl bedeutet noch nicht, dass man auch finanziellen Profit erwirtschaften kann!“ Offen gestanden, ganz Unrecht haben die wehrten Analysten zwar nicht, aber mal ehrlich, wer eine Millarde Nutzer hat, der verfügt zumindest über ein erhebliches Potential, Gewinn erzielen zu können. Dass Einzige, was es noch braucht, ist ein wenig Kreativität, Geschick und Intelligenz. Auch wenn man von seinen moralischen oder ethischen Grundsätzen wenig halten mag, aber wenn es etwas gibt, über das Mark Zuckerberg verfügt, dann ist es Intelligenz. Und ein möglicher Mangel an ethischen oder moralischen Prinzipien muss im knallharten Business nicht unbedingt ein Nachteil sein. Und so kam es, dass Herr Zuckerberg auf der Suche nach einer Antwort, wie er Profit generieren will, ein stylisches, virtuelles Produkt entwickelte, dass den Namen „Graph Search“ erhalten sollte.

Was Sie mit Sicherheit gerne über die neue Facebooksuche wissen wollen

Das neue Facebook-Wunderkind „Graph Search“ ist ganz ausgelegt auf die eigene Website. Soll heißen, es durchstöbert weder andere Netzwerke noch das Internet, sondern sämtliche Suchen, die vom User durchgeführt werden, sind konzentriert auf das Social Network Facebook. Es bleibt in der Familie, könnte man sagen, das heißt Anbieter und User, die nicht Mitglieder von Facebook sind, werden rigoros ausgeschlossen. Wenn man bedenkt, welchen Stellenwert Facebook bereits jetzt schon hat, kann man nur sagen, eine geschickte Strategie. Der Kern des neuen Suchsystems ist, dass ein Großteil aller Facebook-Inhalte, die bis dato bei einer Suche nicht berücksichtigt wurden, nun mit durchforstet werden. Des Weiteren wird eine Vielzahl verschiedener Faktoren unterschiedlich stark gewichtet, was die Suche nochmals optimiert. Der Algorithmus, der hinter dem Suchsystem steckt, ist wohl nur für Mathematiker und Informatiker verständlich. Und dann auch nur für die, die zu der Elite gehört und im Schlaf Dinge am Computer machen, die für den normal Sterbliche schlichtweg unvorstellbar sind. Knackpunkt ist, dass bei einer „Graph Search“-Suche viele Daten, die man in seinem Profil oder auf dem Profil eines Freundes hinterlässt, berücksichtigt werden. Wo man lebt, welche Musik man gerne hört, welche Lokale und Läden man gerne aufsucht, ob man bis in die Nacht hinein am Computer rum sitzt und sich Videos anguckt, welche Socken man gerne trägt, wie oft man sich rasiert, wie oft man sich wäscht, schlichtweg alles, was man irgendwann in seinem Profil geschrieben oder sonst wo auf Facebook hinterlassen hat, wird bei der Suche berücksichtigt. Und hier wird es interessant für die Firmen. Die Stichwörter lauten Werbung und Marketing. Facebook schafft zwar noch nicht den transparenten Menschen, aber mit der „Graph Search“ erschafft man einen sehr, sehr glasigen Menschen.

Gestärkt durch Werbung

Für Firmen ist es nahezu perfekt zu wissen, was Menschen gerne tun und wollen. So können sie genau den Menschen Werbung zukommen, die potentiell Interesse haben an ihren Produkten. Maßgeschneiderte Werbung für einen ausgewählten Kundenkreis, der begierig auf die angepriesenen Produkte ist. Ginge es noch besser? Im Grunde profitieren dadurch aber nicht nur die Firmen, die durch gezielte Werbung mehr Verkäufe erreichen und somit ihren Umsatz steigern können, auch für den Kunden ist dies positiv. Wer hat sich nicht schon zigfach über Werbung geärgert, die einen gar nicht interessiert. Was soll das überhaupt? Na ja, sollte „Graph Search“ eingeführt werden, wäre damit Schluss. Sie sind ein Computernarr? Dann können Sie sich in Zukunft über Werbung freuen, die Ihnen aktuelle Schnäppchen präsentiert. Und es wird noch besser: Da man weiß, wo Sie wohnen, kann es sein, dass der Schnäppchenladen vielleicht direkt um die Ecke ist. Ein Komfort, den man nicht missen will, wenn man sich an ihn gewöhnt hat. Was wiederum bedeutet, dass man Facebook noch missen will. Und irgendwann auch nicht mehr missen kann. Daher werden sich Firmen auf Dauer an Facebook binden und es wird für sie eine wichtige Plattform werden, um ihre Produkte an den Mann bringen zu können. Und wer wird das Geld für die Werbeinnahmen kassieren, die in rauen Mengen fließen werden? Bingo, es wird Mark Zuckerberg respektive Facebook sein. Und, was denken Sie, welches Potential hat Facebook? Wenn man es richtig anpackt, dann ist es gigantisch! Aber dies gilt nicht nur für Facebook selber, sondern auch für die Unternehmen, die es verstehen, sich Facebook zunutze zu machen. Einziges Manko ist, dass der Datenschutz mit Füßen getreten wird. Tja, man kann wohl leider Gottes nicht alles haben im Leben.


Dennis Huettner

Dennis Hüttner

Dennis Hüttner:

Dennis Hüttner ist bei der kaos werbeagentur für den bereich Suchmaschinenoptimierung (seo/sem/sea), Social Media, Webentwicklung und TYPO3 zuständig.